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Kultur

Fridolin wacht über Land und Leute

Das Glarnerwappen zeigt als einziges Kantonswappen einen Menschen: den heiligen Fridolin mit dem Wanderstab und der Bibel. Die Legende besagt, wie Fridolin - der Gründer des Klosters Säckingen - zu Grundbesitz im Glarnerland kam. Zwei Brüder, Urso und Landolf, besassen zahlreiche Güter. Urso schenkte sein Land Fridolin. Doch nach dem Tode seines Bruders riss Landolf alle Güter an sich. Um sein Recht zu beweisen, rief Fridolin den toten Urso als Zeugen vor Gericht. Der beim Anblick des bekannten Zeugen zutiefst erschrockene Landolf überliess die Güter des Urso und seine eigenen dazu. Deshalb wacht Fridolin als Schutzheiliger im Wappen über das Glarnerland und seine Leute.

Näfelser Fahrt
An jedem ersten Donnerstag im April gedenken die Glarner des 1388 errungenen Sieges über die Habsburger in der Schlacht bei Näfels.

Der kantonale Feiertag wird mit einer Prozession, einer staatsmännischen Ansprache und einem Gottesdienst begangen.

Glarner Textilindustrie
Im Jahr 1740 erbaute Landmajor Fridolin Streiff die erste sogenannte Zeugdruckerei (Baumwolldruck). Dieser Industriezweig erlebte 120 Jahre später seine Blütezeit. Ueber 23 Druckfabriken beschäftigten 6000 Mitarbeiter. Die Produkte wurden weltweit exportiert, besonders in den Balkan, nach Kleinasien, Hinterindien und Afrika.

Der wirtschaftliche Aufschwung durch die Textilindustrie und den Handel verhalf den Glarnern zu steigendem Wohlstand. Die buntbedruckten Stoffe und die Glarner Tüechli stammen aus dieser Zeit. Auch sie haben den guten Ruf der Glarner besiegelt. Nach mehr als zweihundert Jahren sind die Tüechli als typisch glarnerische Spezialität noch heute gefragt.

Aus- und Weiterbildung
Die Kantonsschule Glarus führt ein Kurz- und Langzeitgymnasium mit eidgenössischer Matura und eine Diplommittelschule. Im ganzen Kanton können über 100 verschiedene Berufe erlernt werden. Die dazugehörenden Ausbildungsplätze sind an der Kaufmännischen Berufsschule in Glarus und an der Gewerblichen Berufsschule in Ziegelbrücke vorhanden.

Ein umfassendes Kulturangebot
Das kulturelle Geschehen ist vielfältig. Es gibt regelmässig Jazz-, Pop-, klassische und volkstümliche Konzerte, Kunstausstellungen in mehreren Galerien, Gastspiele von Theatergruppen und feste Einrichtungen wie zum Beispiel die Glarner Konzert- und Theatergesellschaft oder die zahlreichen Vereine. Das Glarner Kunsthaus, das Museum des Landes Glarus und lokale Museen sorgen für ein umfassendes kulturelles Angebot. Daneben gibt es auch zwei Kinos und in Glarus das Kultur- und Vereinszentrum Glarus, wo regelmässig Veranstaltungen stattfinden. Aktuelle Veranstaltungen finden Sie in der Glarneragenda.

Das Glarner Kammerorchester, ein vorwiegend aus Laienmusikern bestehendes Streichorchester, prägt mit seinen Sinfoniekonzerten, seinen Oratorienaufführungen und sonstigen diversen musikalischen Veranstaltungen seit Jahrzehnten das Glarner Musikleben aktiv mit.

Ein zentrales kulturelles Ereignis ist die Musikwoche in Braunwald, die einmal im Jahr musikalische Darbietungen präsentiert.

Zahlreiche Glarner Kulturschaffende sind über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt: Die Schriftsteller Emil Zopfi, Perikles Monioudis, Tim Krohn, Jan Krohn, Walter Hauser, Fridolin Jakober, Eveline Hasler und viele mehr.

Bekannt sind auch verschiedene Glarner Musiker: Betty Legler, Louis Menar, Hermann Bühler, Markus Mägä Hauser, Jürg Wickihalder, Daniel Zbinden oder Peter Brandenberger und die Familie Kobelt.

Im Bereich der Malerei und Fotographie sind unter anderen Hanspeter Hofmann, Lill Tschudi, Christina Gallati, Andrea Iten und Fridolin Walcher zu erwähnen.

Tradition und Brauchtum
So offen die Glarner für Neues sind, so wenig verzichten sie auf die alten Bräuche und Traditionen. Sie feiern das Schybäfleugä in Matt, den alten Brauch zur Fasnachtszeit, oder die St. Niklaus-Umzüge, die in den ersten Dezembertagen im ganzen Glarnerland stattfinden.

Kulinarische Spezialitäten
Kennzeichen glarnerischer Gastfreundschaft sind verschiedene kulinarische Spezialitäten.

Glarner Pastete
Hundertmal wird der Blätterteig eingeschlagen und gerollt. Die eine Hälfte der Füllung ist feinstes Zwetschgenmus, die andere süss und aus geriebenen Mandeln - ein Geheimrezept.

Glarner Chalberwurst
Zum richtigen Landsgemeinde-Schmaus gehören gekochte Dörrzwetschgen, Kartoffelstock und die Chalberwurst an einer goldigweissen Buttersauce mit Zwiebeln. Die traditionelle Chalberwurst wird nur im Glarnerland hergestellt.

Glarner Schabziger
Seit Jahrhunderten gehört der Schabziger zu den traditionellen Glarner Spezialitäten. Noch heute wird der mit Zigerkleepulver gewürzte magere Sauermilchkäse nach überliefertem Rezept hergestellt.

Mit Ziger verpflegte man schon im 15. Jahrhundert die Soldaten. Die begehrte Spezialität wurde im Jahre 1310 zum ersten Mal im Säckinger Rodel erwähnt. Zinsen an das Kloster mussten damals nämlich in Form von Ziger bezahlt werden.

Zu den schmackhaften Gerichten mit Schabziger zählen die Ziger Höreli, das Glarner Fondue, Forellen nach Glarner Art oder die Rotweinbirne an Zigerrahmsauce.